Blick über den Tellerrand: Suchtmittelgebrauch unter Hamburger Jugendlichen von 2004 bis 2018

Suchtmittelgebrauch unter Hamburger Jugendlichen von 2004 bis 2018

Liebe Merlato-Kundinnen und -Kunden,

Jugendschutz geht uns alle an! Wie Sie wissen sind Jugendliche besonders gefährdet, Süchte zu entwickeln. Dies liegt unter anderem daran, dass sie häufig ihre Grenzen überschätzen und sehr risikobereit sind. Außerdem können sie die Folgen eines übermäßigen beziehungsweise missbräuchlichen Konsums noch nicht einschätzen. Es fehlt ihnen an Erfahrung.

Daher benötigen Kinder und Jugendliche den besonderen Schutz der Gesellschaft. Doch welche Suchtmittel sind bei Jugendlichen eigentlich besonders gefragt? In der sogenannten Schulbus-Untersuchung wurde genau dies genauer beleuchtet. Die Merlato hat Ihnen in diesem Newsletter die wichtigsten Inhalte zusammengefasst.

Was ist der Hintergrund der Schulbus-Studie?

Bei der Studie handelt es sich um ein Langzeitprojekt: Seit 2004 werden im Rahmen dieser Untersuchung regelmäßig Jugendliche in Hamburg zu Ihrem Konsum von Suchtmitteln befragt. Dafür beantworten sie anonym am Tablet eine Reihe von Fragen. Insgesamt wurde im Jahr 2018 eine repräsentative Stichprobe von 1000 Hamburgerinnen und Hamburgern im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt.

Die Studienergebnisse zeigen die Verbreitung von Suchtmitteln unter Jugendlichen. Sie können dabei helfen, zielgruppengerechte Prävention zu betreiben, Jugendliche über wichtige Aspekte aufzuklären und passgenauen Jugendschutz zu betreiben.

Alkohol- und Zigarettenkonsum bei Jugendlichen weniger verbreitet als früher

Alkohol ist und bleibt das meist verbreitete Suchtmittel in unserer Gesellschaft. Dies spiegelt sich auch im Konsumverhalten der befragten Jugendlichen wider. Allerdings zeigen die Studienergebnisse, dass dieser Trend eher abnehmend ist: In den Jahren 2004 bis 2015 hatte sowohl der allgemeine Konsum von Alkohol unter Jugendlichen als auch das sogenannte Binge Drinking, also das Trinken von mindestens fünf Standardgläsern Alkohol an einer Trinkgelegenheit, abgenommen. Seit 2015 ist der Konsum auf diesem verhältnismäßig niedrigen Niveau geblieben.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass etwa 32 Prozent der 14- bis 18-Jährigen regelmäßig, also mehrmals im Monat, Alkohol trinken. Zum Vergleich: Im Jahre 2012 lag dieser Wert bei 46,8 Prozent!

Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auch beim Zigarettenkonsum der Jugendlichen beobachten: In den letzten 15 Jahren ist auch hier eine rückläufige Tendenz zu beobachten. Während im Jahre 2005 18,6 Prozent der 14- bis 18-Jährigen regelmäßig Zigaretten rauchten, sind es im Jahr 2018 nur noch 5,1 Prozent. Mit regelmäßig ist in dieser Studie das Rauchen von mindestens fünf Zigaretten am Tag gemeint.

E-Zigaretten und E-Shishas – die Zigaretten der Zukunft?

Während der Zigarettenkonsum deutlich zurückgegangen ist, dampfen immer mehr Jugendliche E-Shishas oder E-Zigaretten. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass 17,2 Prozent der 14- bis 18-Jährigen innerhalb der letzten 30 Tage mindestens einmal E-Shisha oder E-Zigarette gedampft hat. Im Jahre 2015 waren es lediglich 10,9 Prozent.

Und wie steht es um das Glücksspiel?

Für Sie interessant ist sicherlich vor allem die Entwicklung des Glücksspielverhaltens von Jugendlichen: Wie gut fruchten die Präventionsmaßnahmen, die Sie und ihr Personal tagtäglich umsetzen, um Jugendliche zu schützen?

Wie Sie wissen ist der öffentliche Zugang zu Glücksspielen für unter 18-Jährige laut § 6 JuSchG nicht erlaubt. Trotz des Verbots zeigt sich, dass viele Jugendliche am Glücksspiel um Geld teilnehmen. Während der Anteil in den Jahren von 2012 bis 2015 signifikant angestiegen war, lässt sich 2018 ein leicht rückläufiger Trend beobachten. Dennoch: 52 Prozent, also mehr als die Hälfte aller Jugendlichen gibt in der Studie an, schon einmal Geld bei einem Glücksspiel eingesetzt haben. Dabei haben 11,3 Prozent der Jugendlichen am Automatenspiel und 14,8 Prozent an Sportwetten teilgenommen. Besonders bedenklich ist, dass etwa zehn Prozent der Befragten sogar regelmäßig, also mehrmals im Monat, am Glücksspiel teilnimmt. Dieses Ergebnis zeigt: Bei der Eingangs- beziehungsweise Spielantrittskontrolle existiert Nachbesserungsbedarf.

Weitere Suchtmittel im Vergleich

Der Konsum von illegalen Drogen ist seit 2015 unter Jugendlichen angestiegen. Besonders beliebt sind dabei Cannabisprodukte: Etwa 25,4 Prozent der Befragten gibt an, schon einmal Cannabis konsumiert zu haben. Davon weisen 5,3 Prozent einen mindestens problematischen Konsum auf. Darüber hinaus haben 7,8 Prozent der 14- bis 18-Jährigen andere illegale Drogen, also beispielsweise Ecstasy, legal highs oder Kokain, konsumiert.

Weiterhin wird in der Studie der Konsum von bestimmten Medikamenten beleuchtet, da auch diese süchtig machen können. Mit Abstand am häufigsten konsumiert werden dabei Schmerzmittel: Ganze 83 Prozent der Jugendlichen gibt an, schon einmal Schmerzmittel zu sich genommen zu haben. Allerdings kann die Einnahme auch auf ärztliche Anordnung erfolgt sein.

Untersucht wurde zudem das aktuell viel diskutierte Thema des Computerspielens beziehungsweise der Nutzung des Internets. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass etwa fünf Prozent der befragten Jugendlichen ein mindestens problematisches Computerspielverhalten und sogar 14 Prozent eine mindestens problematische Nutzung des Internets zeigen.

Sie wollen sich genauer über die Ergebnisse informieren?

Der gesamte Ergebnisbericht ist hier online abrufbar >>>

Sie wollen über das Thema diskutieren oder sich darüber informieren, wie Sie den Jugendschutz bei Ihnen im Unternehmen noch besser umsetzen können?

Kontaktieren Sie uns gerne unter info@merlato.de oder unter 04221 2890469!

Herzlichst,

Ihre Zora Nonhoff

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