Das Thema heute: Entstigmatisierung in der Präventionsarbeit

Ein wichtiges Thema in der Präventionsarbeit ist die Frage der Stigmatisierung bzw. Entstigmatisierung. Präventionsmaßnahmen sollten routinemäßig auf mögliche stigmatisierende Effekte hin überprüft werden. 

Gesundheitsförderung und Prävention können durch abschreckende, stereotypisierende Elemente stigmatisierend wirken und die Zielgruppen ausgrenzen bzw. abwerten. Als Beispiel sind hier Zigarettenschachteln zu nennen, auf denen eine rauchende Mutter mit ihrem Kleinkind auf dem Arm zu sehen ist. Entsprechende Bilder können stigmatisierend wirken. Präventionsmaßnahmen können so auch einen genau gegenteiligen als den erwünschten Effekt haben: eine Zunahme des Substanzkonsums zum Beispiel. Es besteht die Gefahr, dass allein durch eine erhöhte Risikoexposition die Zielgruppe, ohne dass sie Verhaltensauffälligkeiten zeigt, schon als Risikoträger identifiziert wird. Literaturrecherchen haben ergeben, dass bei 25 % der Präventionsprogramme eine Zunahme des Substanzkonsums der Jugendlichen stattfand. Begründet wird der negative Effekt durch die Etikettierung der Zielgruppe als Risikojugendliche und den vermehrten Kontakt mit anderen riskant konsumierenden Personen im Umkreis. Eine Ursache für die unerwünschten Programmergebnisse sind Gespräche der Jugendlichen, bei denen sie sich innerhalb der Gruppe in ihrem abweichenden Verhalten (risikoreicher Substanzkonsum) bestärken. 

Kurz gesagt: Präventionsmaßnahmen, die sich von vorn herein an Risikogruppen wenden, werden von den Zielgruppen häufig als negativ empfunden. Besser wäre es, in der Präventionsarbeit die Ressourcen und Fähigkeiten der Zielgruppe zu stärken, damit diese gar nicht erst eine Abhängigkeit entwickeln. 

Maßnahmen zur Entstigmatisierung von Präventionskonzepten können sein: eine offene Fehlerkultur, standardisierte Reflexionsfragen, Ressourcenorientierung statt Defizitorientierung, Transparente Ziele als vertrauensbildende Maßnahme, Resilienzförderung zur Entwicklungsbegleitung, Verhältnisprävention im Sinne der Entstigmatisierung und die Information von Kooperationspartnern über die Entstigmatisierung. 

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