Drei Typen von Problemspielern nach Blaszcynski und Nower

Erfahren Sie in diesem Blogartikel mehr über Personen mit problematischem und pathologischem Spielverhalten.

Lieber Merlato-Kunden,

Aus unseren Schulungen ist Ihnen bekannt, dass in der Wissenschaft zwischen drei unterschiedlichen Spielertypen unterschieden wird: Den normalen, sozialen Spielern, den problematischen Spielern und den pathologischen, also krankhaften, Spielern.

Studien zeigen, dass auch zwischen den von Glücksspielsucht betroffenen Personen erhebliche Unterschiede bestehen: Laut Blaszcynski und Nower (2002) lassen sich diese unterteilen in Problemspieler mit konditioniertem Spielverhalten, emotional verletzliche Problemspieler und antisozial impulsive Problemspieler.

Was macht diese unterschiedlichen Problemspieler aus?

Problemspieler mit konditioniertem Spielverhalten:

Die Betroffenen dieser Gruppe weisen in der Regel ein niedriges Level an Psychopathologie auf. Das bedeutet, dass sie neben der Glücksspielsucht zumeist unter keinen weiteren psychischen Erkrankungen leiden. Typischerweise spielen sie aufgrund von sozialen Faktoren und sogenannter Verhaltenskonditionierung. Darunter verstehen Lernpsychologen eine bestimmte Art des Lernens von Verhalten.

Emotional verletzliche Problemspieler:

Bei dieser Gruppe von Spielern lag schon vor der Entstehung der Glücksspielsucht eine weitere psychische Erkrankung wie etwa eine Angststörung oder eine Depression vor. Die Betroffenen weisen typischerweise mangelhafte Bewältigungs- und Problemlösestrategien auf. Das bedeutet, dass sie große Probleme haben, mit schwierigen Situationen umzugehen. Das Spielen stellt bei ihnen eine Art Fluchtverhalten dar.

Antisozial impulsive Problemspieler:

Die dritte Gruppe der Problemspieler zeichnet sich dadurch aus, dass neben der Glücksspielsucht antisoziale Persönlichkeitsstörungen, Aufmerksamkeitsdefizite und/oder eine starke Impulsivität vorliegen. Typisch für eine antisoziale Persönlichkeitsstörung sind das Ignorieren sozialer Verpflichtungen und das Unbeteiligtsein an Gefühlen für andere. Für antisozial impulsive Problemspieler bietet das Glücksspiel in erster Linie eine Ablenkung vor Langeweile.

Was bedeutet diese Unterscheidung für die Praxis?

So sind Betroffene mit konditioniertem Spielverhalten erfahrungsgemäß motiviert, die Behandlung ihrer Glücksspielsucht zu beginnen. Vor allem für Beratungsstellen und Therapieeinrichtungen ist es wichtig zu erkennen, welcher Gruppe ein Patient angehört. Die Behandlung einer Glücksspielsucht ist nur dann erfolgsversprechend, wenn auch das Konzept zum Patienten passt. 

Für sie ist eine kurze und geringfügige Behandlung der Glücksspielsucht zumeist ausreichend. Bei emotional verletzlichen Problemspielern hingegen ist eine erfolgreiche Bewältigung der Glücksspielsucht schwerer erreichbar: Hierfür muss in der Therapie auch die zugrundeliegende psychische Erkrankung, also die Depression oder die Angststörung, mitbehandelt werden.

Die antisozial impulsiven Problemspieler lassen sich in der Regel nur schwer zu einer Behandlung ihrer Sucht motivieren. Und auch während der Behandlung treten bei ihnen häufig Probleme auf: Sie sind in der Regel nicht dazu bereit, aktiv an den therapeutischen Maßnahmen mitzuwirken und brechen die Behandlung häufig ab.

Auch für den Spielhallenalltag ist es wichtig zu wissen, dass sich Problemspieler auf diese Art und Weise voneinander unterscheiden. Während antisozial impulsive Problemspieler vielleicht zunächst negativ oder gar nicht auf eine Ansprache durch Sie oder Ihre Servicekräfte reagieren, fällt die Reaktion eines Problemspielers mit konditioniertem Problemspielers häufig positiver aus.

Auch ist es sinnvoll darüber nachzudenken, warum der Betroffene spielt: Ist es aufgrund von sozialem Druck, um Ängsten und Problemen zu entfliehen oder dient das Glücksspielen vor allem der Ablenkung von Langeweile? Das Wissen um das Motiv kann für Sie im Umgang mit dem Betroffenen sehr hilfreich sein. 

Sie haben Fragen oder möchten mit uns über das Thema diskutieren? Rufen Sie uns an unter 04221 2890469 oder schreiben Sie uns unter info@merlato.de

Herzlichst,

Ihre Zora Nonhoff

 

Quelle: Addiction 97: Blaszcynski, A. & Nower, L. (2002). A pathways model of problem and pathological gambling.

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