Glücksspielsucht – Auch Angehörige sind betroffen

Laut einer Umfrage „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland“, durchgeführt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), wiesen im Jahr 2015 0,79 Prozent der befragten Personen ein problematischen oder pathologisches (krankhaftes) Spielverhalten auf.

Wer glücksspielsüchtig ist, hat unter den massiven Folgen dieser Krankheit zu leiden. Die Betroffenen sind eingenommen vom Spiel, werden von Hoffnungslosigkeit geplagt, spielen unter Umständen sogar mit Selbstmordgedanken oder werden depressiv. Doch nicht nur die erkrankte Person selbst leidet unter der Glücksspielsucht. Auch Angehörige und das gesamte soziale Umfeld sind betroffen. Im Gespräch mit der Suchtberaterin Michaela Jung fand das digitale Wochenmagazin HNA Sieben heraus, wie sich das äußert. Lesen Sie hier das ganze Interview: 

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Folgen einer Glücksspielsucht für die Angehörigen des Spielers

Für die direkte Familie, Ehepartner und Kinder, heißt das meist, dass finanzielle Probleme entstehen. Das Geld für Lebensmittel, Geburtstagsgeschenke für die Kinder und den Telefonanschluss wird verspielt. Denn irgendwann könnte ja der große Gewinn dabei sein.

Darüber hinaus entsteht im Umfeld eines pathologischen Glücksspielers eine Atmosphäre des Misstrauens. Sie resultiert daraus, dass der Spieler sein Glücksspielverhalten vertuscht, verheimlicht und Ausreden für häufige Abwesenheiten und Geldmangel erfindet.

Genauso wie Spieler selbst, denen es häufig schwerfällt über ihr Problem zu sprechen, sind auch ihre Angehörigen vielfach von Schamgefühlen betroffen. Habe ich selbst etwas falsch gemacht und zur Entwicklung der Abhängigkeit beigetragen? Und weil Geld ein Tabuthema ist in unserer Gesellschaft, wird auch über entstandene Geldsorgen nicht gesprochen. Doch somit können es sich auch Angehörige kranker Spieler nicht mehr leisten am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Kein Kaffeetrinken mehr mit Freunden. Kein Kinofilm. Kein Besuch in dem neuen Restaurant. Dies kann zum Rückzug und zur sozialen Isolation führen.

Es ist nicht immer einfach, festzustellen, ob ein Angehöriger unter einem problematischen Glücksspielverhalten leidet. Doch einige Anzeichen gibt es. Meist äußert sich bei nahestehenden Personen zuerst ein Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung ist. Dafür könnte es jedoch auch andere Ursachen geben. Geldmangel, Heimlichtuerei, häufige Abwesenheit: vielleicht hat der Andere auch eine Affäre.

Da hilft nur eines: den Partner darauf ansprechen und ihn mit seinem Verhalten konfrontieren. 

Angehörige sollten sich von kranken Spielern abgrenzen

Doch was hilft den Angehörigen eines suchtkranken Spielers selbst? Abgrenzung ist hier das Stichwort. Sich nicht selbst in die Anhängigkeit hineinziehen lassen.

Lesen Sie zum Thema Co-Abhängigkeit auch unseren Blog-Beitrag vom 27.10.2016. Hier klicken >>>

Konkret heißt Abgrenzung beispielsweise ein separates Konto anzulegen. Somit ist etwa die Finanzierung von Lebensmittel gesichert. Außerdem darf der Spieler nicht in seinen pathologischen Verhaltensweisen unterstützt werden; indem Ausreden für seine Abwesenheit auf der Arbeit gefunden oder seine Schulden abbezahlt werden. Abgrenzung kann in den richtigen Hilfeangeboten für Angehöriger pathologischer Spieler trainiert werden, z.B. in Rollenspielen.

Darüber hinaus kann es Angehörigen helfen, sich mit anderen, ähnlich betroffenen Menschen auszutauschen und zu merken: Ich bin nicht allein. Des Weiteren, so Suchtberaterin Jung, ist Aufklärung ein wichtiger Baustein in der Arbeit mit Angehörigen. Das Verständnis dafür, dass Glücksspielsucht eine Krankheit ist, sei sehr wichtig.

Der Weg aus der Sucht ist möglich

Und der kranke Spieler selbst? Für ihn ist Hilfe zur Selbsthilfe der richtige Weg. Auch wenn Angehörige es noch so gut meinen und sich bemühen; sie sind nicht diejenigen, die einen Spieler von seiner Abhängigkeit heilen. Spezielle Beratungsstellen, Therapieangebote oder Selbsthilfegruppen können dies leisten. Und sich dorthin zu wenden, dazu sollten Angehörige eine Spieler ermuntern und ermutigen.

Und dann ist es auch möglich, dass eine betroffene Person ihre Glücksspielabhängigkeit überwindet und abstinent leben kann. 

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