Heroin fürs Volk – Schmerzmittel als Einstieg in die Opiatabhängigkeit

Wer kennt es nicht selbst? Kopfschmerzen durch den plötzlichen Wetterumschwung, Rückenschmerzen, weil man auf der Arbeit wieder zu viel gesessen und sich zu wenig bewegt hat, Knieschmerzen, denn man wird ja auch nicht jünger – eine Schmerztablette wird schon helfen.

Was für die Meisten problemloser Konsum von Arzneimittel ist, wird für Einige zum Einstieg in die Medikamenten- oder Heroinabhängigkeit. 

Der Zusammenhang von Schmerzmitteln und Heroin

Spiegel Online hat eine Visual Story (Zur Visual Story hier klicken) veröffentlicht, in der der Zusammenhang zwischen Schmerzmitteln und Heroin dargestellt wird. Tatsächlich ist der Wirkungsmechanismus, so ein Experte, bei beiden Stoffen genau derselbe. Opioide wirken im menschlichen Körper euphorisierend, beruhigend und vor allem schmerzstillend. In der medizinischen Behandlung, beispielsweise bei Krebspatienten, überaus nützlich und sinnvoll. Das Abhängigkeits- und Missbrauchspotenzial ist jedoch ähnlich hoch wie bei Heroin. Ebenso die Gefahr einer Überdosierung. 

Mehr Schmerzmittel und mehr Drogentote

Neben der Tatsache, dass immer mehr starke Schmerzmittel von Ärzten verschrieben werden, ist auch der Zugang zu diesen über das Internet erschreckend einfach. Mit illegalem Handel wird dort ein milliardenschweres Geschäft betrieben.

Zur Folge hat dies die traurige Tatsache, dass in Deutschland immer mehr Menschen an Heroin und starken Schmerzmitteln sterben. Und davon sind nicht nur die Junkies am Bahnhof oder in sonstigen einschlägigen Drogenmilieus betroffen – es trifft die Mitte der Gesellschaft. 

Impfstoff gegen Heroin

Ein kleiner Lichtblick könnte an dieser Stelle die Forschung von Paul Bremer und Kim Janda vom Scripps Research Institute in Kalifornien sein, die die FAZ in einem Beitrag vorstellt (Zum Artikel hier klicken). Die Wissenschaftler haben einen Impfstoff entwickelt, der Heroin im Blut neutralisieren kann. Tests wurden bereits an Ratten und Rhesusaffen erfolgreich durchgeführt. Der Impfstoff löst im Körper eine Immunreaktion aus. Antikörper docken am Heroin an und machen es unschädlich. Dies geschieht, bevor das Heroin die Blut-Hirn-Schranke überschreite, im Hirn an einen Rezeptor anknüpft und einen Rausch auslösen kann. 

Hoffnungen und Gefahren

In diesem Punkt verbergen sich sowohl die Hoffnung, die in den neuen Impfstoff gesetzt werden, als auch die Gefahren, die er birgt: Wenn das Heroin keinen Rausch mehr verursacht, muss man es auch nicht mehr nehmen. Und kommt somit von der Droge los. Aber: wenn die gewohnte Dosis Heroin keinen Rausch mehr auslöst, der drogenabhängiger Körper jedoch nach dem Rausch verlangt, sieht sich der Konsument vielleicht gezwungen, eine höhere Dosis einzunehmen oder auf eine potentere Droge umzusteigen. Schwerwiegende Folgen bis hin zum Tod sind möglich. 

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