Merlato GmbH besucht Fachtagung „Glücksspiel und Jugendschutz“ der Thüringer Fachstelle GlücksSpielSucht

Am Mittwoch, 7. September 2016 nahm die Merlato GmbH an der Fachtagung „Glücksspiel und Jugendschutz“ der Thüringer Fachstelle GlücksSpielSucht teil.  Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Freistaat Thüringen und dem Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V (fdr).

Zahlreiche Gäste aus Behörden, Ministerien, Jugend- und Suchthilfeeinrichtungen sowie der Forschung diskutierten über den Jugendschutz damals und heute und wie dieser im Bereich des Glücksspiels – terrestrisch und online – sichergestellt werden kann.

Der fdr-Vorstitzende Jost Leune kritisierte in seinen Begrüßungsworten vor allem, dass der Jugendschutz, wenn es um Drogen und Suchtmittel geht, oft nicht an erster Stelle stehe. Dies sei zu bedauern und müsse geändert werden.

Den ersten Schritt in diese Richtung unternahm die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner, in ihrem Grußwort. Sie unterstrich die Priorität des Jugendschutzes und setzt dabei auf Prävention, Hilfe, Selbsthilfe und Forschung.

Heiko Höttermann von der LAG Kinder- und Jugendschutz Thüringen e.V. zitierte in seinem Grußwort Friedrich Schiller mit den Worten „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“

Im ersten Vortrag diskutierte Prof. Dr. Bruno Nikles von der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. die Frage „Kann der Jugendschutz im 21. Jahrhundert noch funktionieren?“ Im Ergebnis sah er vor allem vor, dass das Jugendschutzgesetz (JuSchG) neu geschrieben und damit einhergehend international einheitliche Regelungen geschaffen werden müssten. Doch nicht nur der Gesetzgeber stehe in der Verantwortung. Die individuelle Verantwortung steige an und selbstregulierende Kräfte der Jugendlichen sein gefordert.

Rechtsanwalt Dr. Jürg Kasper betrachtete die Themen Glücksspiel und Jugendschutz aus juristischer Sicht. Dazu zeichnete er einen geschichtlichen Abriss der Entwicklung des Glücksspiels in Deutschland und gab einen Überblick über die aktuelle Gesetzeslage. Seiner Ansicht nach müsse sich, wer auf gesetzgebender Ebene Glücksspielsucht bekämpfen wolle, auch von fiskalischen Interessen verabschieden. Theoretisch stehe hier die Suchtprävention im Vordergrund; die Haushaltsfinanzierung spiele jedoch auch immer eine Rolle.

Wussten Sie, dass die Anrufe bei der Sendung „Wer wird Millionär“, bei denen mit etwas Glück 5.000 Euro gewonnen werden können, kein Glücksspiel sind? Der Einsatz von 0,49 Euro pro Anruf stellt nur einen geringen Vermögenswert dar. Es handelt sich daher nicht um Glücksspiel und die Teilnahme ist ab 14 Jahren möglich. Dr. Kasper klärte uns auf.

Am Nachmittag wurden in zwei Workshops und einem Seminar für Behördenmitarbeiter die Themen „Jugendschutz beim Online-Glücksspiel“ (geleitet von Dr. Ingo Fiedler, Universität Hamburg), „Jugendschutz und Glücksspiel und die Rolle von Jugendhilfe und Schule“  (geleitet von Ingo Weidenkann, LAG Kinder- und Jugendschutz Thüringen) und „Gewerbliches Spiel, Sportwetten und Jugendschutz“ (geleitet von Dr. Elisabeth Schellnack, Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales sowie Andreas Freyboth, Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport) näher betrachtet.

Im Workshop zum Thema „Jugendschutz beim Online-Glücksspiel“ stellte Dr. Ingo Fiedler zunächst heraus, warum wir uns eigentlich mit dem Schutz Minderjähriger beim (Online-) Glücksspiel beschäftigen: Jugendliche sind die nächste Generation Kunden für die Glücksspielanbieter. „Geködert“ werden diese potenziellen Kunden zunächst mit Online-Spielen, bei denen es nur um Spielgeld geht. Hier würden sie lernen, dass Gewinne dauerhaft möglich sind. So wird Werbung für Echtgeld-Spiele gemacht: Gamer sollen zu Gamblern werden. Bei den verschiedenen Online-Glücksspielangeboten wie Lotto, Poker, Sportwetten etc. werden unterschiedliche Jugendschutzmaßnahmen umgesetzt, um diesen zu gewährleisten oder illegaler weise zu umgehen. In der Diskussion zum Thema wurde vor allem herausgestellt, dass auch beim Online-Glücksspiel das Vollzugsdefizit ein großes Problem ist. Lösungsansätze könnten eine zielführende Regulierung, zweckgebundene Abgaben, die der Strafverfolgung und Prävention zugutekommen auf der einen Seite und mehr Ressourcen für die Präventionsarbeit auf der anderen Seite sein.

Im abschließenden Vortrag gab Ingo Greßler vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft einen Ausblick zum Jugendschutz in der Zukunft. Seiner Auffassung nach bleibt der Jugendschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Gesetzeslage sei dahingehend ausreichend, sie müsste nur entschieden umgesetzt werden. 

Wir haben uns an einer spannenden Tagung und einem regen Austausch erfreut. 

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