Wo fängt Glücksspiel an?

Liebe Merlato-Kunden, 

in den letzten Wochen war viel zu lesen über sogenannte „Loot Boxes“ in Online-Computerspielen.

Warum wird darüber gerade jetzt so viel gesprochen?

Mikrotransaktionen. So nennt sich die Strategie vieler heutiger Hersteller von Online-Games. Neu ist diese Strategie nicht. Sie funktioniert meist so: Ein Spiel wird gratis oder sehr günstig angeboten. Die Spieler haben die Möglichkeit, an dem Spiel teilzunehmen, ohne (viel) Geld ausgeben zu müssen. Innerhalb des Spiels gibt es dann  die Möglichkeit, virtuelle Gegenstände zu kaufen – mit realem Geld. Meist handelt es sich dabei um Kosmetik, die den Spielverlauf nicht maßgeblich beeinflusst. Soweit also harmlos.

Ende letzten Jahres hat der Spielhersteller EA Games mit „Star Wars Battlefront II“ diese Strategie aus Sicht vieler Kritiker und Fans zu weit getrieben: Innerhalb des Spiels können mit realem Geld die jetzt viel diskutierten „Loot Boxes“ erworben werden – virtuelle Wundertüten. Darin können die Spieler verschiedene Boni, aber auch Equipment oder neue Charaktere finden und freischalten. Die Folge: Der Spieler kann nur mit sehr großem Aufwand oder dem wiederholten Kauf der Loot Boxes alle Spielinhalte freischalten und in dem Spiel vorankommen. Der Hersteller hat die Einführung dieser Spielmechanik aufgrund der massiven Kritik jetzt erst einmal verschoben.

Wichtig: „Star Wars Battlefront II“ steht zurzeit hauptsächlich in der Kritik –zu beobachten ist diese Entwicklung aber auch bei anderen Spieleherstellern.

Der Stein des Anstoßes

Was aber ist das Problem bei dieser Spielmechanik? Spieler haben die Möglichkeit gegen Geld Equipment zu erwerben – was sie aber letztlich erhalten, entscheidet der Zufall und kann vom Spieler nicht beeinflusst werden. Damit werden die Spiele dem Glücksspiel immer ähnlicher und bergen damit auch ein großes Suchtpotenzial – vor allem vor dem Hintergrund, dass die Spiele für Minderjährige freigegeben sind.

Wie sieht es bei den europäischen Nachbarn aus?

Belgische Behörden stufen die Loot Boxes als Glücksspiel ein und streben ein europaweites Verbot an. In erster Konsequenz wird eine Erhöhung der Altersbegrenzung auf 18 Jahre gefordert.

Was sagen die deutschen Behörden?

Zu dem Thema, ob diese Loot Boxes als Glückspiel zu definieren seien, wurden in den letzten Wochen und Monaten in vielen Bundesländern Anfragen gestellt. Die Antworten bleiben bisher vage – Es sei noch zu prüfen, ob es sich bei dieser Art von Mikrotransaktion um Glücksspiel handele. Sollte es also tatsächlich zu Konsequenzen in Deutschland kommen, wird davor noch einige Zeit ins Land gehen. Momentan lässt sich für Deutschland nur festhalten: Die Loot Boxes, wie sie oben beschrieben sind, werden von Jugendschützern und Spielsuchtexperten als sehr kritisch angesehen. 

Wir sind gespannt, wie es weiter geht und halten Sie auf dem Laufenden.

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Herzlichst,

Ihr Merlato-Team

Sie möchten mehr darüber lesen? Anbei finden Sie weiterführende Artikel:

https://www.pokerfirma.com/news/spielehersteller-ea-im-kreuzfeuer-gluecksspiel-fuer-kinder/532353
http://de.engadget.com/2017/11/17/untersuchung-in-belgien-verstoszen-eas-loot-boxes-gegen-gluckspi/
http://winfuture.de/news,100693.html
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Battlefront-2-Belgien-haelt-Lootboxes-fuer-Gluecksspiel-und-will-dagegen-vorgehen-3897657.html
https://www.derstandard.de/story/2000073717744/entscheidung-im-maerz-lootboxen-in-deutschland-vor-verbot

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